Mittwoch, 26. November 2014

Auch Könige Fallen... - Prolog -

Auch Könige Fallen -Prolog-

- Sams reise in die Unterwelt...oder wie man mit Dämonen Schach spielt -



Fandom: Supernatural
Autorin: DaisySchmitt
Disclaimer: Die Charaktere gehören nicht mir. Ich habe keinerlei Rechte, an "Supernatural" und verdiene kein Geld damit.
Wichtigste Charaktere: Sam Winchester, Dean Winchester, Luzifer etc..

Zusammenfassung: Angriff ist die beste Verteidigung. Sam ist Zeuge von Deans Tod, und setzt im wahrsten Sinne Himmel & Hölle in Bewegung um Dean zu retten. Da Crowley ihn aus dem Weg geht, geht Sam zu ihm via Hölle.


 

-Prolog-


Es ist nicht tot, was ewig liegt, bis dass die Zeit den Tod besiegt.
H. P. Lovecraft

Gegenwart
Da saßen wir zwei Jäger der Nacht am Ufer des Sees und ließen die Sonne unsere fahle Haut erwärmen. Zwei Gestalten völlig deplatziert, over dressed in einer Oase der Erholung, Sonnenbrillen schützten unsere Augen vor der grellen Sonne und schützten uns auch vor uns Gegenseitig. Zu behaupten wir könnten uns jetzt nach dem letzten Ereignis in die Augen sehen wäre reichlich übertrieben.
Von erholen war keine Rede, wir saßen kaum eine Stunde am See, schon konnte ich eine unterschwellige nervöse Anspannung in Deans Haltung erkennen.
Ich tat so als ob ich die störende Nuance nicht fühlte und starrte weiter auf den See hinaus. Der See vermittelte eine scheinbare Ruhe, Schnellboote fuhren an einem vorbei und die Insassen winkten einem zu, voller Freude zufrieden in ihrer kleinen Welt und dezent von weiten konnte man das lachen unschuldiger Kinder hören, eine Welt voller oberflächlichem Schein.
Die Unwissenheit vor der wahren Welt schützt die Unwissenden.

Dean brach mit der stille, und fragte sarkastisch, wahrscheinlich in seinen Augen echter Bruder Humor nach meiner sichtlichen Arm Verletzung.
„Jetzt mal ehrlich? Du bist erstochen, angeschossen, erdrosselt worden, warst in der Hölle und jetzt machst du mit deiner Armschlinge auf Mädchen? Sam... wirklich, man bist du ein Schisser“
Deans schmunzeln machte es mir nicht leichter die Beleidigung zu schlucken.

„Dean, es ist mehr als nur eine Prellung, glaub mir.“

Was hätte ich erwidern sollen? Das die Suche nach ihn mir fast das Leben gekostet hätte und ich recht zufrieden bin, mit einer zerschmetterten Schulter davon gekommen zu sein. Das Geräusch der zersplitternden Knochen halt bis heute noch Wochen später in meinen Ohren.
Hätte er überhaupt hören wollen wie es dazu kam? Sicherlich nicht, daher lies ich ihn in seinem Glauben, das weiter nichts wäre. Warum ihn belasten mit meinen Belangen, es geht hier nicht um mich.

Die stille übernahm wieder die Konversation, was hätten wir uns auch erzählen sollen. Das plätschern des Sees am Ufer bestimmte den Ton und so hingen wir jeder ein Bier in der Hand unseren eigen Gedanken nach.

Das Dean mit der Stille nichts anfangen konnte war nichts ungewöhnliches, schon während unserer Kindheit war Dean derjenige der immer das dringende Bedürfnis hatte egal ob im Auto unterwegs oder in den verschiedenen Hotels die geruhsame Stille zu unterbrechen. Als ob er angst vor seinen eigen Gedanken hatte. Somit war es nur eine frage der Zeit bis er die Stille unterbrach.

„Sag mal Sam, hast du die Zeitung gelesen? Den Artikel auf der letzten Seite bei Vermischtes?“

Dean versuchte die scheinbare frage harmlos klingen zu lassen, was ihn ehrlicherweise nicht so gelang, ich kannte meinen Bruder gut genug um zu wissen, dass die Erholung ein Ende hatte. Innerlich musste ich auflachen, den egal wie alt er ist und den vielen dramatischen Ereignisse die sein Leben prägten, konnte man immer die kindliche Vorfreude heraushören, wenn die Möglichkeit zum Jagen sich ergab.

„Ja, wieso? Meinst du etwa diese Tier angriffe? Ehrlich Dean, wir sind hier mitten im Land der Bären, was erwartest du, dämliche Städter entdecken die Natur, tja und erleben es dann Hautnah. Nichts was unsere Trophäen-Wand schmücken könnte. Und wenn es was wäre und ich sage nur wenn es was wäre, könnten wir es anderen uns bekannten Jägern überlassen. OK?

Ich hoffte damit meinem Bruder seine Vorfreude ein wenig zu dämpfen, denn ehrlicher weise musste ich mir selbst eingestehen, dass ich mir mit Dean nicht so sicher war. Sicherlich hatte ich ihn vom Dämonen Zustand befreit und die von einem Priester gesegneten Blutkonserven taten bei der Transformation ihre Wirkung, nur das Zeichen von Kain machte mir noch Kopfzerbrechen, eine Lösung war noch nicht in Sicht, und in diesem unvollendeten Zustand war ich unsicher ob Dean zum Jagen überhaupt bereit war.
Aber andererseits konnten wir auch nicht bis zum Sankt Nimmerleinstag hier herumsitzen und so tun als ob uns alles nichts anginge. Und ehrlicherweise muss ich zugeben, dass ich absolut kein Interesse hege mit Dean zu diskutieren. Die zurück liegenden Monate der Suche nach ihm hatten mich zu sehr ausgelaugt und schmerzen verursacht als das ich jetzt mit meinen Bruder darüber streiten wollte, ob Jagen jetzt angebracht wäre oder nicht.
Verdammt ich war so müde...also ob Gadreel noch an meinen Knochen saugen würde.

Daher war ich nicht sonderlich überrascht als Dean dann anfing seine Theorie der Tier angriffe zu erläutern. Er nahm seine Sonnenbrille ab und wandte sich mir zu.

„Natürlich, Sam könnten wir es anderen Jägern überlassen, nur ich muss was tun. Ehrlich man, die ruhe und die brüderliche wir-zeit ist echt klasse, wirklich ich genieße es. Fühle mich auch schon richtig erholt, daher lass uns einfach mal nur kurz überprüfen ob es vielleicht nicht doch was anderes ist als ein Bären Angriff.“

Das lebendige Funkeln in Deans Augen war nicht zu übersehen, es war schön zur Abwechslung. Die kurze Zeit die ich ihn als Dämonen erleben durfte, hatte sich mir zu sehr in mein Bewusstsein eingebrannt, als das ich mich beruhigt hätte zurück lehnen können um so zu tun als ob nichts gewesen wäre. Na ja auf ein Alptraum mehr oder weniger kommt es jetzt auch nicht mehr an...
Leise seufzend nahm ich meine Sonnenbrille ab schaute ihn recht kurz in den Augen und stimmte ihn zu.

„OK Dean, schauen wir mal nach was es auf sich hat, nur bitte, bitte überlas mir erst mal die Führung, es ist nicht so als ob ich dir nicht zutrauen würde auf die gegebene Situation richtig zu reagieren, nur...“

„Sam, ich weiß worauf du hinaus willst.... das Mal, meinst du ernsthaft ich springe jetzt wie ein räudiger Hund jeden an, der mich schräg anschaut. Hältst du wirklich soviel von mir? Denkst du ich wüste nicht die Bedeutung von diesem...“

Angewidert schaute er auf seinen bedeckten Arm, und fing unbewusst genau die Stelle an zu reiben in der Hoffnung, dass Reiben würde diesen Flecken, die seine Seele noch im Griff hält weg radieren können.
Bekanntlich stirbt die Hoffnung als letztes.

„Dean ich weiß, ist OK, wirklich...schauen wir einfach nach was Sache ist und dann werden wir weiter sehen? In Ordnung?“

Wie gesagt ich war einfach zu müde um zu diskutieren und ihn für eine Sekunde in guter Stimmung zusehen, reichte mir als Argumentation. Wie immer, werden wir es richten wenn es zu spät ist. Nichts neues, warum sollte es jetzt anders sein.

Unsere Sachen waren zügig zusammen gepackt und ein schneller Abstecher zum Motel wurde noch zwischen geschoben um unser „Urlaubs“ Gedöns los zu werden und um kurz zu recherchieren was für Identitäten uns nützlich erscheinen würden, um bei der örtlichen Polizei vorstellig zu werden.

Nach unserer Abfahrt vom Motel brach die Dämmerung über uns und eröffnete der Nacht ihren weg.
Seit dem Erlebnis mit Jess war Schlaf nicht mehr mein Freund, und die Jahre taten nicht ihr übriges dazu, sicherlich sagt man die Zeit heile die Wunden, nur wann die Zeit eintreffe, das sagen sie einem nicht.
Im Schutze der Dunkelheit beobachte ich Dean, achtete ob es irgendwelche Zeichen oder kleine Veränderungen gäbe, die auf die Zeit hinwies als er noch ein Dämon war. Außer einer normalen Anspannung war nichts ersichtlich, somit wandte ich mich dem Ausblick ins dunkle, hoffend das der Schlaf mich nicht überkommen würde, ich hatte absolut kein bedarf auf Alpträume und womöglich Deans Neugierde zu wecken und seinen Spot zu ernten.

Mein Bruder war wieder in seinem Element summend zu „The Sandman“ von Metallica, lenkte er lässig sein „Babe“, das fahren schien ihn wieder eine Freude zu machen.
Als Dämon war ihm sein Liebstes egal gewesen, hemmungslos müllte er sein Impala zu, die Ignoranz die er offenbarte war erschreckend gewesen und aus seinem Munde zu hören wie egal ihm dieses Stück Blech wäre drehte mir den Magen um.
Aber jetzt schien alles wieder normal zu sein...zwei Brüder auf der Jagd.

Nach einigen ruhigen Kilometern räusperte sich Dean, wie gesagt Stille war nicht sein Ding.

„Sag mal, ähm...das mit dem Lester, musste schon zugeben, war schon eine abgefuckte Leistung. Ich meine nur,... weißte ich als Dämon... schon klar, dass meine Seele etwas verkorkst war...Aber du? Wow echt, lässt so'n looser seine Seele verkaufen...das nenne ich mal Hardcore back to black...“

Erschrocken fuhr ich hoch, nicht sicher ob da Dean sprach oder der Dämon...die Zeit im Bunker während dem Exorzismus, der Blutreinigung vom Dämon, lag mir noch zu frisch im Gedächtnis. Unsicher ob ich mein Messer zucken sollte oder zuhören, entschied ich mich für letzteres.

Wie bitte? Worauf willst du hinaus Dean? Ist doch nicht dein ernst mir jetzt Vorhaltungen zu machen. Nicht du! Anmerken möchte ich, dass du ihn getötet hattest, folglich mir dein schlechtes Gewissen in die Schuhe zu schieben ist echt selten dämlich...ehrlich jetzt...“

Innerlich kochte ich vor Wut, kaum fünf Minuten Mensch, schon ereifert er sich zum rechtschaffen Moralapostel. Will er damit von seiner fragwürdigen oder eher dämlichen Entscheidung mit Crowley und Cain Geschäfte zu machen ablenken? Für wie naive hält er mich?

„Na ja...ich war ja ein Dämon...“
Erwiderte er zögerlich jedoch ernsthaft als ob dies als Entschuldigung für seine Tat Lester zu töten reichen würde.

„Ach wirklich? Ist mir echt nicht aufgefallen.“
Zu mehr als mit Sarkasmus zu erwidern, war ich in diesem Moment nicht im Stande. Zuzüglich machten sich die Fixierung-Schrauben in der Schulter auch noch bemerkbar, was mir nur recht war. Zumindest konnte ich mich auf die Schmerzen konzentrieren statt mir das rechtschaffene Gequatsche von Dean anhören zu müssen. Nur blöderweise hatte ich die vom Arzt verschriebenen Schmerztabletten im Motel liegen lassen was zur meiner Gemütserheiterung nicht gerade beitrug.

„Na komm Sam, mal ganz ehrlich, ich meine wir sind doch jetzt ehrlich zueinander oder? Crowley erzählte mir nur, dass du echt schräge dunkle Dinge getan hattest, und da wollte ich jetzt von dir persönlich hören was das für schräge Sachen waren. Ich meine du warst ja kein Dämon...daher bitte klär mich auf.“

Dabei schaute er mich an und für eine Sekunde meinte ich seine Augen wären in schwärze übergegangen...Ich schüttelte kurz meinen Kopf um die Täuschung von meinen Sinnen zu befreien und atmete tief ein. Die kühle Abend Luft half dabei die Gedanken zu klären und die Schmerzen zu bündeln, kurz überlegte ich ob ich mein Bruder einfach nur Ignorieren sollte oder ihn die nackten Ereignisse brutal in sein überhebliches Gesicht rein würgen sollte.
Da ich mit mir im Reinen war, konnte sein mir ein schlechtes Gewissen überstülpen Taktik nichts anhaben.

„Dean OK, ich stimme dir zu, du hast recht wenn du die Wahrheit hören willst,...bitte kein Thema. Sicherlich kannst du dich erinnern wie du bei dem Fabrikgelände wo Metatron sich aufhielt mir mal wieder in deiner unnachahmlichen Art gegenüber mich mit einem Faust schlag außer Gefecht gesetzt hattest...wo du gestorben bist...dämmerst?“

Ich drehte mich vom Seitenfenster weg und blickte ihn direkt und fordernd ins Gesicht und erwiderte leise, versuchend meine aufgewühlte Emotion in den griff zu bekommen, von den vorgefallen Ereignissen, die dazu führten, dass ich mit meinen gehegten Prinzipien brach und Dinge tat auf die ich sicherlich nicht stolz bin und für die ich kein Pfadfinder Abzeichen erhalten werde, nur ein schlechtes Gewissen des wegen habe ich nicht.
Ich habe reichlich gebüßt für meine Sünden. Und die Ursache meines sogenannten „back to black“, liegt bestimmt nicht bei mir. Sorry...aber die Zeiten sind vorbei.

To be continued...

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