Auch Könige Fallen -Prolog-
- Sams reise in die Unterwelt...oder wie man mit Dämonen Schach spielt -
Fandom: Supernatural
Autorin: DaisySchmitt
Disclaimer: Die Charaktere gehören nicht mir. Ich habe keinerlei Rechte, an "Supernatural" und verdiene kein Geld damit.
Wichtigste Charaktere: Sam Winchester, Dean Winchester, Luzifer etc..
Zusammenfassung: Angriff ist die beste Verteidigung. Sam ist Zeuge von Deans Tod, und setzt im wahrsten Sinne Himmel & Hölle in Bewegung um Dean zu retten. Da Crowley ihn aus dem Weg geht, geht Sam zu ihm via Hölle.
-Prolog-
Es
ist nicht tot, was ewig liegt, bis dass die Zeit den Tod besiegt.
H. P. Lovecraft
Gegenwart
Da saßen wir zwei Jäger der Nacht am
Ufer des Sees und ließen die Sonne unsere fahle Haut erwärmen. Zwei
Gestalten völlig deplatziert, over dressed in einer Oase der
Erholung, Sonnenbrillen schützten unsere Augen vor der grellen Sonne
und schützten uns auch vor uns Gegenseitig. Zu behaupten wir könnten
uns jetzt nach dem letzten Ereignis in die Augen sehen wäre
reichlich übertrieben.
Von erholen war keine Rede, wir saßen
kaum eine Stunde am See, schon konnte ich eine unterschwellige
nervöse Anspannung in Deans Haltung erkennen.
Ich tat so als ob ich die störende
Nuance nicht fühlte und starrte weiter auf den See hinaus. Der See
vermittelte eine scheinbare Ruhe, Schnellboote fuhren an einem vorbei
und die Insassen winkten einem zu, voller Freude zufrieden in ihrer
kleinen Welt und dezent von weiten konnte man das lachen unschuldiger
Kinder hören, eine Welt voller oberflächlichem Schein.
Die Unwissenheit vor der wahren Welt
schützt die Unwissenden.
Dean brach mit der stille, und fragte
sarkastisch, wahrscheinlich in seinen Augen echter Bruder Humor nach
meiner sichtlichen Arm Verletzung.
„Jetzt mal ehrlich? Du bist
erstochen, angeschossen, erdrosselt worden, warst in der Hölle und
jetzt machst du mit deiner Armschlinge auf Mädchen? Sam... wirklich,
man bist du ein Schisser“
Deans schmunzeln machte es mir nicht
leichter die Beleidigung zu schlucken.
„Dean, es ist mehr als nur eine
Prellung, glaub mir.“
Was hätte ich erwidern sollen? Das die
Suche nach ihn mir fast das Leben gekostet hätte und ich recht
zufrieden bin, mit einer zerschmetterten Schulter davon gekommen zu
sein. Das Geräusch der zersplitternden Knochen halt bis heute noch
Wochen später in meinen Ohren.
Hätte er überhaupt hören wollen wie
es dazu kam? Sicherlich nicht, daher lies ich ihn in seinem Glauben,
das weiter nichts wäre. Warum ihn belasten mit meinen Belangen, es
geht hier nicht um mich.
Die stille übernahm wieder die
Konversation, was hätten wir uns auch erzählen sollen. Das
plätschern des Sees am Ufer bestimmte den Ton und so hingen wir
jeder ein Bier in der Hand unseren eigen Gedanken nach.
Das Dean mit der Stille nichts anfangen
konnte war nichts ungewöhnliches, schon während unserer Kindheit
war Dean derjenige der immer das dringende Bedürfnis hatte egal ob
im Auto unterwegs oder in den verschiedenen Hotels die geruhsame
Stille zu unterbrechen. Als ob er angst vor seinen eigen Gedanken
hatte. Somit war es nur eine frage der Zeit bis er die Stille
unterbrach.
„Sag mal Sam, hast du die Zeitung
gelesen? Den Artikel auf der letzten Seite bei Vermischtes?“
Dean versuchte die scheinbare frage
harmlos klingen zu lassen, was ihn ehrlicherweise nicht so gelang,
ich kannte meinen Bruder gut genug um zu wissen, dass die Erholung
ein Ende hatte. Innerlich musste ich auflachen, den egal wie alt er
ist und den vielen dramatischen Ereignisse die sein Leben prägten,
konnte man immer die kindliche Vorfreude heraushören, wenn die
Möglichkeit zum Jagen sich ergab.
„Ja, wieso? Meinst du etwa diese Tier
angriffe? Ehrlich Dean, wir sind hier mitten im Land der Bären, was
erwartest du, dämliche Städter entdecken die Natur, tja und erleben
es dann Hautnah. Nichts was unsere Trophäen-Wand schmücken könnte.
Und wenn es was wäre und ich sage nur wenn es
was wäre, könnten wir es anderen uns bekannten Jägern überlassen.
OK?“
Ich hoffte damit meinem Bruder seine
Vorfreude ein wenig zu dämpfen, denn ehrlicher weise musste ich mir
selbst eingestehen, dass ich mir mit Dean nicht so sicher war.
Sicherlich hatte ich ihn vom Dämonen Zustand befreit und die von
einem Priester gesegneten Blutkonserven taten bei der Transformation
ihre Wirkung, nur das Zeichen von Kain machte mir noch
Kopfzerbrechen, eine Lösung war noch nicht in Sicht, und in diesem
unvollendeten Zustand war ich unsicher ob Dean zum Jagen überhaupt
bereit war.
Aber andererseits konnten wir auch
nicht bis zum Sankt Nimmerleinstag hier herumsitzen und so tun als ob
uns alles nichts anginge. Und ehrlicherweise muss ich zugeben, dass
ich absolut kein Interesse hege mit Dean zu diskutieren. Die zurück
liegenden Monate der Suche nach ihm hatten mich zu sehr ausgelaugt
und schmerzen verursacht als das ich jetzt mit meinen Bruder darüber
streiten wollte, ob Jagen jetzt angebracht wäre oder nicht.
Verdammt ich war so müde...also ob
Gadreel noch an meinen Knochen saugen würde.
Daher war ich nicht sonderlich
überrascht als Dean dann anfing seine Theorie der Tier angriffe zu
erläutern. Er nahm seine Sonnenbrille ab und wandte sich mir zu.
„Natürlich, Sam könnten wir es
anderen Jägern überlassen, nur ich muss was tun. Ehrlich man, die
ruhe und die brüderliche wir-zeit ist echt klasse, wirklich ich
genieße es. Fühle mich auch schon richtig erholt, daher lass uns
einfach mal nur kurz überprüfen ob es vielleicht nicht doch was
anderes ist als ein Bären Angriff.“
Das lebendige Funkeln in Deans Augen
war nicht zu übersehen, es war schön zur Abwechslung. Die kurze
Zeit die ich ihn als Dämonen erleben durfte, hatte sich mir zu sehr
in mein Bewusstsein eingebrannt, als das ich mich beruhigt hätte
zurück lehnen können um so zu tun als ob nichts gewesen wäre. Na
ja auf ein Alptraum mehr oder weniger kommt es jetzt auch nicht mehr
an...
Leise seufzend nahm ich meine
Sonnenbrille ab schaute ihn recht kurz in den Augen und stimmte ihn
zu.
„OK Dean, schauen wir mal nach was es
auf sich hat, nur bitte, bitte
überlas mir erst mal die Führung, es ist nicht so als ob ich dir
nicht zutrauen würde auf die gegebene Situation richtig zu
reagieren, nur...“
„Sam, ich weiß
worauf du hinaus willst.... das Mal, meinst du ernsthaft ich springe
jetzt wie ein räudiger Hund jeden an, der mich schräg anschaut.
Hältst du wirklich soviel von mir? Denkst du ich wüste nicht die
Bedeutung von diesem...“
Angewidert schaute
er auf seinen bedeckten Arm, und fing unbewusst genau die Stelle an
zu reiben in der Hoffnung, dass Reiben würde diesen Flecken, die
seine Seele noch im Griff hält weg radieren können.
Bekanntlich stirbt
die Hoffnung als letztes.
„Dean ich weiß,
ist OK, wirklich...schauen wir einfach nach was Sache ist und dann
werden wir weiter sehen? In Ordnung?“
Wie gesagt ich war
einfach zu müde um zu diskutieren und ihn für eine Sekunde in guter
Stimmung zusehen, reichte mir als Argumentation. Wie immer, werden
wir es richten wenn es zu spät ist. Nichts neues, warum sollte es
jetzt anders sein.
Unsere Sachen waren
zügig zusammen gepackt und ein schneller Abstecher zum Motel wurde
noch zwischen geschoben um unser „Urlaubs“ Gedöns los zu werden
und um kurz zu recherchieren was für Identitäten uns nützlich
erscheinen würden, um bei der örtlichen Polizei vorstellig zu
werden.
Nach unserer
Abfahrt vom Motel brach die Dämmerung über uns und eröffnete der
Nacht ihren weg.
Seit dem Erlebnis
mit Jess war Schlaf nicht mehr mein Freund, und die Jahre taten nicht
ihr übriges dazu, sicherlich sagt man die Zeit heile die Wunden, nur
wann die Zeit eintreffe, das sagen sie einem nicht.
Im Schutze der
Dunkelheit beobachte ich Dean, achtete ob es irgendwelche Zeichen
oder kleine Veränderungen gäbe, die auf die Zeit hinwies als er
noch ein Dämon war. Außer einer normalen Anspannung war nichts
ersichtlich, somit wandte ich mich dem Ausblick ins dunkle, hoffend
das der Schlaf mich nicht überkommen würde, ich hatte absolut kein
bedarf auf Alpträume und womöglich Deans Neugierde zu wecken und
seinen Spot zu ernten.
Mein Bruder war
wieder in seinem Element summend zu „The Sandman“ von Metallica,
lenkte er lässig sein „Babe“, das fahren schien ihn wieder eine
Freude zu machen.
Als Dämon war ihm
sein Liebstes egal gewesen, hemmungslos müllte er sein Impala zu,
die Ignoranz die er offenbarte war erschreckend gewesen und aus
seinem Munde zu hören wie egal ihm dieses Stück Blech wäre drehte
mir den Magen um.
Aber jetzt schien
alles wieder normal zu sein...zwei Brüder auf der Jagd.
Nach einigen
ruhigen Kilometern räusperte sich Dean, wie gesagt Stille war nicht
sein Ding.
„Sag mal,
ähm...das mit dem Lester, musste schon zugeben, war schon eine
abgefuckte Leistung. Ich meine nur,... weißte ich als Dämon...
schon klar, dass meine Seele etwas verkorkst war...Aber du? Wow echt,
lässt so'n looser seine Seele verkaufen...das nenne ich mal Hardcore
back to black...“
Erschrocken fuhr
ich hoch, nicht sicher ob da Dean sprach oder der Dämon...die Zeit
im Bunker während dem Exorzismus, der Blutreinigung vom Dämon, lag
mir noch zu frisch im Gedächtnis. Unsicher ob ich mein Messer zucken
sollte oder zuhören, entschied ich mich für letzteres.
„Wie
bitte? Worauf willst du hinaus Dean? Ist doch nicht dein ernst mir
jetzt Vorhaltungen zu machen. Nicht du! Anmerken möchte ich, dass du
ihn getötet hattest, folglich mir dein schlechtes Gewissen in die
Schuhe zu schieben ist echt selten dämlich...ehrlich jetzt...“
Innerlich kochte
ich vor Wut, kaum fünf Minuten Mensch, schon ereifert er sich zum
rechtschaffen Moralapostel. Will er damit von seiner fragwürdigen
oder eher dämlichen Entscheidung mit Crowley und Cain Geschäfte zu
machen ablenken? Für wie naive hält er mich?
„Na ja...ich war
ja ein Dämon...“
Erwiderte er
zögerlich jedoch ernsthaft als ob dies als Entschuldigung für seine
Tat Lester zu töten reichen würde.
„Ach wirklich?
Ist mir echt nicht aufgefallen.“
Zu mehr als mit
Sarkasmus zu erwidern, war ich in diesem Moment nicht im Stande.
Zuzüglich machten sich die Fixierung-Schrauben in der Schulter auch
noch bemerkbar, was mir nur recht war. Zumindest konnte ich mich auf
die Schmerzen konzentrieren statt mir das rechtschaffene Gequatsche
von Dean anhören zu müssen. Nur blöderweise hatte ich die vom Arzt
verschriebenen Schmerztabletten im Motel liegen lassen was zur meiner
Gemütserheiterung nicht gerade beitrug.
„Na komm Sam, mal
ganz ehrlich, ich meine wir sind doch jetzt ehrlich zueinander oder?
Crowley erzählte mir nur, dass du echt schräge dunkle Dinge getan
hattest, und da wollte ich jetzt von dir persönlich hören was das
für schräge Sachen waren. Ich meine du warst ja kein Dämon...daher
bitte klär mich auf.“
Dabei schaute er
mich an und für eine Sekunde meinte ich seine Augen wären in
schwärze übergegangen...Ich schüttelte kurz meinen Kopf um die
Täuschung von meinen Sinnen zu befreien und atmete tief ein. Die
kühle Abend Luft half dabei die Gedanken zu klären und die
Schmerzen zu bündeln, kurz überlegte ich ob ich mein Bruder einfach
nur Ignorieren sollte oder ihn die nackten Ereignisse brutal in sein
überhebliches Gesicht rein würgen sollte.
Da ich mit mir im
Reinen war, konnte sein mir ein schlechtes Gewissen überstülpen
Taktik nichts anhaben.
„Dean OK, ich
stimme dir zu, du hast recht wenn du die Wahrheit hören
willst,...bitte kein Thema. Sicherlich kannst du dich erinnern wie du
bei dem Fabrikgelände wo Metatron sich aufhielt mir mal wieder in
deiner unnachahmlichen Art gegenüber mich mit einem Faust schlag
außer Gefecht gesetzt hattest...wo du gestorben bist...dämmerst?“
Ich drehte mich vom
Seitenfenster weg und blickte ihn direkt und fordernd ins Gesicht und
erwiderte leise, versuchend meine aufgewühlte Emotion in den griff
zu bekommen, von den vorgefallen Ereignissen, die dazu führten, dass
ich mit meinen gehegten Prinzipien brach und Dinge tat auf die ich
sicherlich nicht stolz bin und für die ich kein Pfadfinder Abzeichen
erhalten werde, nur ein schlechtes Gewissen des wegen habe ich nicht.
Ich habe reichlich
gebüßt für meine Sünden. Und die Ursache meines sogenannten „back
to black“, liegt bestimmt nicht bei mir. Sorry...aber die Zeiten
sind vorbei.
To be continued...
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