-III-
Wir
leben auf einer seelenruhigen Insel der Ignoranz inmitten eines
Meeres von schwarzer Endlosigkeit und es war nie angedacht, dass wir
je auf Reise gehen sollten.
H.P.
Lovecraft
Die
Dunkelheit und Stille im Bunker gaben mir die gewünschte Ruhe, die
Ruhe nach der ich mich sehnte, die Dunkelheit beruhigte meinen Geist
und vermittelte mir die Gewissheit, dass ich trotz meinen jetzigen
Alleinseins nicht verloren war. Ich war umgeben mit dem vollständig
gesammelten Wissen der Men of Letters der geistigen Macht, einer
Okkulten Vereinigung von Gelehrten, die über tausende von Jahren
alles präzis dokumentierten, was die Verborgene Welt hervorbrachte.
Was
sagte mein Großvater Henry noch, ich wäre ein echter Men of
Letters...mal sehen ob er damit tatsächlich recht hatte.
Einigermaßen klar
im Verstand, wusste ich dass Crowley mir Rede und Antwort stehen
musste, auch wenn er sich König der Hölle nennt, so ist er ein
einfach nur ein Dämon, nichts weiter. Egal wie oft sein Hybris
seinen Narzissmus schmeichelt bleibt er dennoch nur ein böser Geist
in einer menschlichen Hülle. Nichts weiter.
Alles auf der Erde
hat einer Ordnung zu folgen, gleichermaßen aber auch Himmel und
Hölle. Ohne Ordnung entsteht einzig das Nichts, bedeutet ein jedes
Element das nicht der Ordnung folgt wird Chaotisch und im Zustand des
Chaos mutiert es zum Nichts. Daher hat jedes Element seinen Platz und
Rang in der Ordnung egal ob Böse oder Gut, Spirituell oder Weltlich
ohne Regel gibt es keine Ordnung, und ohne Ordnung herrscht Chaos und
wird zum Nichts.
Crowley muss der
spirituellen Ordnung folgen, ob es ihn passt oder nicht, er mag die
Ordnung biegen und hinaus dehnen mit seinen minutiös perfiden
Verträgen, dennoch bleibt er was er ist, ob es ihm gefällt oder
nicht sonst wäre er Nichts.
Wenn Dean mehr
Interesse für das Verborgene Wissen dem Okkulten gezeigt hätte,
wäre er niemals auf Crowley's Angebot eingegangen. Er hätte sich
schützen können, verdammt er hätte es wissen müssen, du hast es
selber gesagt, wenn du schon nicht auf mich hörst, so hättest du
doch wenigstens deinen eigenen Ratschlag folgen können.
Dean du ignoranter
Narr wegen Dir muss ich mich mit diesem Ekelpaket Crowley abgeben.
Mit diesen
widerlichen Gedanken von Crowley ging ich in den unteren Bereich des
Bunkers, ich wusste, das Dean einen Salomonischen Ritual -kreis
gezogen hatte um Crowley zu rufen, daher brauchte ich nichts weiter
tun als ein paar Kerzen an zu zünden und diesen Bastard auf zu
rufen.
„CROWLEY! ICH
RUFE DICH!“
„CROWLEY, du
nichtsnutziger Dämon, ZEIG DICH!“
Stille...
Absolute stille...
Nichts tat sich.
Wieso? Vorsichtshalber untersuchte ich den Ritual -kreis, schauend ob
vielleicht etwas verändert oder verwischt wurde. Nichts, egal wie
oft ich den Kreis und die darin befindliche Symbolik untersuchte,
alles war an seinen Platz. Was war verkehrt, an der Symbolik lag es
nicht. Alles war gemäß den Gesetzen ordentlich platziert...völlig
verärgert schrie ich
„CROWLEY! Ich
weiß dass du mich hörst!“
„DÄMON
ich kenne deinen NAMEN!
Fergus Roderick McLeod ICH RUFE DICH!“
Einige Minuten abwartend und wieder das
gleiche, nichts...absolute Stille...kein erscheinen, nichts tat sich.
Wieso? Das kann nicht sein, das darf nicht sein, er ist nicht befugt
die Ordnung zu brechen, nicht diese schleimige Kröte. Was hat
Crowley nur vor, ob es was mit Cain zu tun hatte? Unruhig lief ich in
dem kleinen Raum hin und her fluchend, meine Wut an den
herumliegenden Gegenständen rauslassend und unbewusst hoffend, dass
die gewünschte Antwort sich vor meinen Augen Materialisieren würde.
Völlig ratlos über das nicht
erscheinen von Crowley, war ich erst mal mit meinem Plan den König
der Hölle zur Rede zu stellen am Ende gelangt. Da ich hier nichts
weiter erreichen konnte musste ich mir was anderes einfallen lassen,
einigermaßen zuversichtlich, dass die Bibliothek im Bunker die
Antworten auf meine dringenden Fragen hatte, ging ich in meinen
Gedanken verhangen nach oben. An Schlaf war erst nicht zu denken, wie
hätte ich auch schlafen können?
Nicht heute, vielleicht morgen oder
übermorgen, nur heute nicht.
In meinem Kopf wirbelte es, es war
nicht logisch, Crowley hätte erscheinen müssen, voller Theorien mal
verwerfend mal bejahend, lief ich ohne Ziel durch den Bunker, ich
musste erst meine Gedanken ordnen, die Logik des ganzen suchen, als
ich unerwartet vor Deans Tür stand. Unbewusst muss ich den mir
vertrauten Weg gegangen sein.
Nicht sicher ob ich rein gehen sollte
oder nicht, stand ich zögernd vor der Tür. Ohne das ich es
verhindern konnte liefen mir wieder die Tränen übers Gesicht, der
Gedanke das mein Toter Bruder hinter dieser Tür lag, schürte mir
die Brust zu und raubte mir die Luft zum Atmen, all dies wollte ich
verhindern als ich mit Tod persönlich sprach...Dean hätte dann ohne
mich, ohne sich um mich zu kümmern endlich seinen Weg gehen können,
ich war in seinen Augen doch immer nur eine Belastung gewesen, des
wegen auch nicht vertrauenswürdig, wir beiden wären dann endlich
frei gewesen...er wäre dann nicht an mich gebunden und ich hätte
endlich meine erhofftes zu Hause gefunden. Es war so einfach und
logisch...nicht mehr.
Den Gedanken, dass ich
alles verloren hatte, meinen Frieden und noch meinen Bruder, lies
mich erst jetzt bewusst werden, dass ich völlig alleine bin, niemand
da der uns Brüder richtig gekannt hätte, sicherlich wäre da noch
Castiel, aber den mit meinen Belangen zu überhäufen wäre
undenkbar, er selber hatte genügend zu tun mit seiner geborgten und
dahinsiechenden „Engels-Essenz“, fehlt noch das ich ihn mit
meinen sorgen und Ängste belaste. Ob Castiel überhaupt wusste das
Dean Tod ist? Sollte ich ihn anrufen? Oder haben die Reaper ihn schon
die Neuigkeit gebracht.
Wobei...ist Dean
überhaupt in den Himmel gelangt? Schließlich hat er ja Geschäfte
mit Crowley und Cain gemacht...ach du liebe scheiße...Cain besser
bekannt als der Erste Ritter von Luzifer...scheiße....und jetzt
hatte Dean das Zeichen des Ersten Ritters...ohh...nicht gut, nicht
gut...langsam spürte ich wie Panik sich in mir ausbreitete...ich
erinnerte mich noch an Deans Frage als er aus dem Purgatory kam...
hast du nach mir gesucht, Sam?
Das Entsetzen, Dean
wieder in Stich gelassen zu haben überwältigte mich mit solch einer
Wucht, das ich mich schlagartig übergeben musste, rasch wo ich zuvor
noch zögerte, öffnete ich Deans Tür um schnell an den Papierkorb
zu gelangen, kurz vor dem ersten würge -reflex schaffte ich es
kniend vor dem Eimer den Inhalt meines leeren Magens schmerzlich zu
entsorgen...nach einigen Minuten beruhigte sich mein Magen und ich
spürte wie die Panik allmählich verebbte... ich fühlte mich so
leer, so ausgebrannt, so müde...in meinen Kopf rasten die
Gedanken...und als ob das nicht genug wäre dachte ich noch wie blöd
ausgerechnet in Deans Zimmer zu kotzen. Den Mund mit dem Hemd
abwischend stand ich auf und wollte mich gerade bei Dean noch
entschuldigen,...als ich ein verlassenes Totenbett erblickte.
Wie angewurzelt blieb ich
stehen, im Bett lag kein toter Bruder … absolut nichts...LEER!
Wie kann denn das angehen? Als ob nichts vorgefallen wäre....einzig
sichtbar lag auf dem Kopfkissen nur ein gefalteter Zettel und wie
hätte es man sich anders denken können, schwebte der noch typisch
faule Gestank von Schwefel in der Luft.
Mit zitternder Hand nahm
ich den Zettel, auf dem einzig in Deans Handschrift stand „Sam,
lass mich gehen...“
Rasend vor Wut kurz vorm
explodieren konnte ich nur noch heißer flüstern
„ CROWLEY!
...Crowley, du verdammter Huren Sohn!“
To be continued...
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