Mittwoch, 26. November 2014

Auch Könige Fallen... - Kapitel III -

-III-
  
Wir leben auf einer seelenruhigen Insel der Ignoranz inmitten eines Meeres von schwarzer Endlosigkeit und es war nie angedacht, dass wir je auf Reise gehen sollten.
H.P. Lovecraft


Die Dunkelheit und Stille im Bunker gaben mir die gewünschte Ruhe, die Ruhe nach der ich mich sehnte, die Dunkelheit beruhigte meinen Geist und vermittelte mir die Gewissheit, dass ich trotz meinen jetzigen Alleinseins nicht verloren war. Ich war umgeben mit dem vollständig gesammelten Wissen der Men of Letters der geistigen Macht, einer Okkulten Vereinigung von Gelehrten, die über tausende von Jahren alles präzis dokumentierten, was die Verborgene Welt hervorbrachte.
Was sagte mein Großvater Henry noch, ich wäre ein echter Men of Letters...mal sehen ob er damit tatsächlich recht hatte.

Einigermaßen klar im Verstand, wusste ich dass Crowley mir Rede und Antwort stehen musste, auch wenn er sich König der Hölle nennt, so ist er ein einfach nur ein Dämon, nichts weiter. Egal wie oft sein Hybris seinen Narzissmus schmeichelt bleibt er dennoch nur ein böser Geist in einer menschlichen Hülle. Nichts weiter.
Alles auf der Erde hat einer Ordnung zu folgen, gleichermaßen aber auch Himmel und Hölle. Ohne Ordnung entsteht einzig das Nichts, bedeutet ein jedes Element das nicht der Ordnung folgt wird Chaotisch und im Zustand des Chaos mutiert es zum Nichts. Daher hat jedes Element seinen Platz und Rang in der Ordnung egal ob Böse oder Gut, Spirituell oder Weltlich ohne Regel gibt es keine Ordnung, und ohne Ordnung herrscht Chaos und wird zum Nichts.
Crowley muss der spirituellen Ordnung folgen, ob es ihn passt oder nicht, er mag die Ordnung biegen und hinaus dehnen mit seinen minutiös perfiden Verträgen, dennoch bleibt er was er ist, ob es ihm gefällt oder nicht sonst wäre er Nichts.

Wenn Dean mehr Interesse für das Verborgene Wissen dem Okkulten gezeigt hätte, wäre er niemals auf Crowley's Angebot eingegangen. Er hätte sich schützen können, verdammt er hätte es wissen müssen, du hast es selber gesagt, wenn du schon nicht auf mich hörst, so hättest du doch wenigstens deinen eigenen Ratschlag folgen können.
Dean du ignoranter Narr wegen Dir muss ich mich mit diesem Ekelpaket Crowley abgeben.

Mit diesen widerlichen Gedanken von Crowley ging ich in den unteren Bereich des Bunkers, ich wusste, das Dean einen Salomonischen Ritual -kreis gezogen hatte um Crowley zu rufen, daher brauchte ich nichts weiter tun als ein paar Kerzen an zu zünden und diesen Bastard auf zu rufen.

„CROWLEY! ICH RUFE DICH!“
„CROWLEY, du nichtsnutziger Dämon, ZEIG DICH!“

Stille...
Absolute stille...
Nichts tat sich. Wieso? Vorsichtshalber untersuchte ich den Ritual -kreis, schauend ob vielleicht etwas verändert oder verwischt wurde. Nichts, egal wie oft ich den Kreis und die darin befindliche Symbolik untersuchte, alles war an seinen Platz. Was war verkehrt, an der Symbolik lag es nicht. Alles war gemäß den Gesetzen ordentlich platziert...völlig verärgert schrie ich

„CROWLEY! Ich weiß dass du mich hörst!“
DÄMON ich kenne deinen NAMEN! Fergus Roderick McLeod ICH RUFE DICH!“

Einige Minuten abwartend und wieder das gleiche, nichts...absolute Stille...kein erscheinen, nichts tat sich. Wieso? Das kann nicht sein, das darf nicht sein, er ist nicht befugt die Ordnung zu brechen, nicht diese schleimige Kröte. Was hat Crowley nur vor, ob es was mit Cain zu tun hatte? Unruhig lief ich in dem kleinen Raum hin und her fluchend, meine Wut an den herumliegenden Gegenständen rauslassend und unbewusst hoffend, dass die gewünschte Antwort sich vor meinen Augen Materialisieren würde.

Völlig ratlos über das nicht erscheinen von Crowley, war ich erst mal mit meinem Plan den König der Hölle zur Rede zu stellen am Ende gelangt. Da ich hier nichts weiter erreichen konnte musste ich mir was anderes einfallen lassen, einigermaßen zuversichtlich, dass die Bibliothek im Bunker die Antworten auf meine dringenden Fragen hatte, ging ich in meinen Gedanken verhangen nach oben. An Schlaf war erst nicht zu denken, wie hätte ich auch schlafen können?
Nicht heute, vielleicht morgen oder übermorgen, nur heute nicht.

In meinem Kopf wirbelte es, es war nicht logisch, Crowley hätte erscheinen müssen, voller Theorien mal verwerfend mal bejahend, lief ich ohne Ziel durch den Bunker, ich musste erst meine Gedanken ordnen, die Logik des ganzen suchen, als ich unerwartet vor Deans Tür stand. Unbewusst muss ich den mir vertrauten Weg gegangen sein.
Nicht sicher ob ich rein gehen sollte oder nicht, stand ich zögernd vor der Tür. Ohne das ich es verhindern konnte liefen mir wieder die Tränen übers Gesicht, der Gedanke das mein Toter Bruder hinter dieser Tür lag, schürte mir die Brust zu und raubte mir die Luft zum Atmen, all dies wollte ich verhindern als ich mit Tod persönlich sprach...Dean hätte dann ohne mich, ohne sich um mich zu kümmern endlich seinen Weg gehen können, ich war in seinen Augen doch immer nur eine Belastung gewesen, des wegen auch nicht vertrauenswürdig, wir beiden wären dann endlich frei gewesen...er wäre dann nicht an mich gebunden und ich hätte endlich meine erhofftes zu Hause gefunden. Es war so einfach und logisch...nicht mehr.

Den Gedanken, dass ich alles verloren hatte, meinen Frieden und noch meinen Bruder, lies mich erst jetzt bewusst werden, dass ich völlig alleine bin, niemand da der uns Brüder richtig gekannt hätte, sicherlich wäre da noch Castiel, aber den mit meinen Belangen zu überhäufen wäre undenkbar, er selber hatte genügend zu tun mit seiner geborgten und dahinsiechenden „Engels-Essenz“, fehlt noch das ich ihn mit meinen sorgen und Ängste belaste. Ob Castiel überhaupt wusste das Dean Tod ist? Sollte ich ihn anrufen? Oder haben die Reaper ihn schon die Neuigkeit gebracht.
Wobei...ist Dean überhaupt in den Himmel gelangt? Schließlich hat er ja Geschäfte mit Crowley und Cain gemacht...ach du liebe scheiße...Cain besser bekannt als der Erste Ritter von Luzifer...scheiße....und jetzt hatte Dean das Zeichen des Ersten Ritters...ohh...nicht gut, nicht gut...langsam spürte ich wie Panik sich in mir ausbreitete...ich erinnerte mich noch an Deans Frage als er aus dem Purgatory kam... hast du nach mir gesucht, Sam?

Das Entsetzen, Dean wieder in Stich gelassen zu haben überwältigte mich mit solch einer Wucht, das ich mich schlagartig übergeben musste, rasch wo ich zuvor noch zögerte, öffnete ich Deans Tür um schnell an den Papierkorb zu gelangen, kurz vor dem ersten würge -reflex schaffte ich es kniend vor dem Eimer den Inhalt meines leeren Magens schmerzlich zu entsorgen...nach einigen Minuten beruhigte sich mein Magen und ich spürte wie die Panik allmählich verebbte... ich fühlte mich so leer, so ausgebrannt, so müde...in meinen Kopf rasten die Gedanken...und als ob das nicht genug wäre dachte ich noch wie blöd ausgerechnet in Deans Zimmer zu kotzen. Den Mund mit dem Hemd abwischend stand ich auf und wollte mich gerade bei Dean noch entschuldigen,...als ich ein verlassenes Totenbett erblickte.

Wie angewurzelt blieb ich stehen, im Bett lag kein toter Bruder … absolut nichts...LEER! Wie kann denn das angehen? Als ob nichts vorgefallen wäre....einzig sichtbar lag auf dem Kopfkissen nur ein gefalteter Zettel und wie hätte es man sich anders denken können, schwebte der noch typisch faule Gestank von Schwefel in der Luft.
Mit zitternder Hand nahm ich den Zettel, auf dem einzig in Deans Handschrift stand „Sam, lass mich gehen...

Rasend vor Wut kurz vorm explodieren konnte ich nur noch heißer flüstern

CROWLEY! ...Crowley, du verdammter Huren Sohn!“ 


To be continued...

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